Wenn Saurier auf Einhornelefanten treffen – Ein Gastbeitrag zum Snow Bowl 2013

Am 19./20. Januar stellten wir Flagger der Augsburg Raptors uns bereits zum 8-ten Mal der Crème de la Crème des deutschen Flag Circus beim legendären Snow Bowl der TU Ilmenau. Die spannende Frage im Vorfeld lautete dabei: Würden wir den Trend der letzten Jahre bestätigen und erstmals ins Finale einziehen können? Um das Ergebnis vorweg zu nehmen – nein, mit dem Finale hatten wir nichts zu tun. Warum wir aber auch mit unserem fünften Platz zufrieden sind, könnt ihr hier nachlesen.

Der Snow Bowl 2013 wartete gleich mit mehreren Premieren für unser Team auf.
Da war zum einen der Spielplan, in dem wir erstmals nicht als Teilnehmer des Eröffnungsspiels vorgesehen waren. Ein bisschen Sonderstatus wollten uns die Ilmenauer aber offenbar doch lassen und so durften wir immerhin das letzte Spiel der Vorrunde spielen.
Mit nurmehr zwei regelmäßig Trainierenden (der Dritte spielte für die Spatzen aus München), konnten wir außerdem die Vorbereitung auf das Turnier im Vergleich zum sehr erfolgreichen letzten Jahr (dritter Platz) noch einmal radikal reduzieren.
Dafür hatten wir auf der anderen Seite – ebenfalls erstmals – einen Vollzeit-Coach an unserer Sideline:
Head Coach Chris Kämpfe muss sich noch von einer Knie OP im Herbst erholen und konnte daher nicht aktiv mitspielen.

Samstag – Vorrunde

Da standen wir also Samstag Mittag – High Noon – auf dem Feld, und waren bereit unseren inoffiziellen Titel als “Walldorfbesiegerer” zu verteidigen. Das letzte Duell mit diesem Spitzenteam lag bereits zwei Jahre zurück und wir konnten es für uns entscheiden. Diesmal setzte es eine krachende 6:27 Niederlage. Dabei war weniger die Niederlage an sich bedeutend – gegen die Walldorf Wanderers kann man schon mal verlieren – sondern vielmehr die Art und Weise wie wir uns
präsentierten. Zu keinem Zeitpunkt konnten wir die Wanderers auch nur ansatzweise unter Druck setzen. Derart hilflos hatte ich uns schon lange Zeit nicht mehr in einem Spiel erlebt.

Doch allen Unkenrufen der Optimisten im Team zum Trotz war das Turnier damit noch nicht gelaufen. Es lagen noch drei Spiele vor uns und vielleicht würden wir uns ja steigern und doch noch in die Finalrunde am Sonntag einziehen können.

Nach einigen Umstellungen in der Offense wie in der Defense waren die Ilm Oldstars der nächste Gegner. War der Start noch eher mühsamen Natur, so fandem wir in der zweiten Hälfte immer besser zu unserem Spiel und konnten am Ende 28:0 gewinnen.

In der dritten Partie spielten wir gegen die Mainz Elecorns, das um einige Herren ergänzte frühere reine Damenteam der Mainz Furien. Hier trafen wir nicht nur auf eine sympathische Mannschaft, sondern auch auf eine anfangs überraschend effektive Offense. Doch unsere eigene Defense begann sich nun daran zu erinnern, dass man in dieser Formation bereits viele erfolgreiche Spiele gespielt hatte. Safety Julia konnte sich voll auf ihre Vorderleute verlassen und fand damit zu dem eindrucksvollen Spiel, das unsere Gegner so oft überrascht. Am Ende konnten wir den zweiten Sieg des Tages verbuchen und heißen die Elecorns herzlich Willkommen im Kreis der ernstzunehmenden Gegner.

Für den sicheren Einzug in die Finalrunde brauchten wir dann um 20:05 Uhr mindestens ein Unentschieden gegen die Lazy Brains aus Braunschweig. Das war leichter gesagt als getan, schließlichkonnten diese das Turnier bereits mehrmals gewinnen. Doch zunächst gelang uns ein Auftakt nach Maß. Der erste Angriff der Braunschweiger konnte unterbunden werden und gleich im Gegenzug gelang der Offense ein Touch Down zur 6:0 Führung. Als auch der folgende Angriff erfolglos blieb –
unsere Defense spielte mittlerweile nahezu ihr bestes Flag – leistete sich unser QB Max Marrack seine erste Interception des Turniers. Doch weder diese, noch seine Zweite – wenn man schon mal dabei ist – konnten uns nun stoppen. Mit 12:0 gewannen wir das dritte Spiel in Folge und zogen letztlich doch noch sicher in die Playoffs ein.

Sonntag – Finalrunde

Auch am Sonntag blieb uns ein allzu früher Start ins Spielgeschehen erspart. Erst um 11 Uhr traten wir zu unserem Achtelfinalspiel gegen die Nürnberg Rams an. Diese hatten uns im Vorjahr noch im Halbfinale aus dem Rennen geworfen. Leider kamen wir auch dieses Jahr nicht an den Nürnbergern vorbei. In einer bis wenige Sekunden vor Schluss offenen Partie wurden uns mehrere Umstände zum Verhängnis. Da war zum einen ein etwas zu spät korrigierter Fehler in der Aufstellung der Defense. Auch ein nicht mehr ganz frischer Blitz gegen den stets für einen gefährlichen Lauf guten Nürnberger QB war vermutlich kein Vorteil für uns. Und nicht zuletzt war da noch ein alter Freund der Augsburger Flagger: Mr. “Ich kann keine PATs nach Hause bringen”.
All dies führte dazu, dass wir in die letzte Spielminute mit einem 25:27 Rückstand gingen … bei Angriff Nürnberg. Unsere maximale Risikobereitschaft wurde in der Schlusssekunde mit einem weiteren Nürnberger Touch Down zum 25:33 Endstand belohnt.

Im Platzierungsspiel um Platz 5 (von 15 Mannschaften) traten wir dann gegen den amtierenden Turniersieger, die Darmstadt Fun Diamonds, an. Beide Teams nutzten die Gelegenheit und ließen ihre Offense Teams Defense spielen und umgekehrt. Da wir Augsburger im eigentlichen Sinne nicht über spezialisierte Teams verfügen, gelang uns diese Umstellung besser und so konnten wir uns trotz zweier weiterer Interceptions von Max mit einem letztlich ungefährdeten Sieg den fünften Platz sichern.

In einem eindrucksvollen Finale konnten sich die Munich Spatzen gegen die Mainz Legionaries behaupten und bei ihrer ersten Turnierteilnahme gleich den Titel erringen … nur gut, dass deren QB mittlerweile in Augsburg wohnt und trainiert. Im kleinen Finale besiegten die Walldorf Wanderers die
Nürnberg Rams und sicherten sich Rang drei.

Fazit

Es wurde also doch nichts mit dem erneuten Erreichen des “Stockerls”. Aber gerade mit Blick auf unsere momentane desolate suboptimale Trainingssituation und die zahlreichen Legionäre in unserem Team (vier Spieler leben momentan nicht in Augsburg) haben wir vermutlich das bestmögliche Ergebnis erreicht.
Die Organisation des Turniers ließ auch unter dem neuen Koordinator Konstantin Knopp keine Wünsche offen. Es war uns wie in jedem Jahr eine große Freude nach Ilmenau zu fahren.
Vielen Dank an dieser Stelle für die Ausrichtung des Turniers!

Ein weiterer Dank gilt natürlich den eben erwähnten Legionären (Tine, Stephan und die Neulegionäre Peter und Andi). Es macht immer wieder Spaß euch zu treffen und gemeinsam mit euch zu spielen!

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